Elise wurde 1866 geboren. Zu dieser Zeit hatte Preußen das Personenstandsregister noch nicht eingeführt – das kam erst ab 1874.
Das bedeutet: Um Elises Geburt zu belegen sowie ihre Konfirmation greife ich auf die Einträge in den Kirchenbüchern des Kirchenkreises Altholstein zurück. Der Kirchenkreis hat in den 1970 Jahren Namensverzeichnisse angelegt und indiziert. Das macht es deutlich einfacher, die Einträge zu finden. Um 2012 herum wurden diese Verzeichnisse sowie die Kirchenbücher selbst digitalisiert und stehen im Internet zur Verfügung. Auszüge können kostenpflichtig heruntergeladen werden.
Zu Elises Ehen 1891 und 1894 liegen Urkunden vor. Alle Ehen sind in den handschriftlichen Personenstandsbüchern verzeichnet, die im Internet kostenfrei eingesehen werden können. Auf dieser Basis können die Urkunden im Stadtarchiv bestellt werden.
Der Taufeintrag im Kirchenbuch von St. Nikolai belegt Elises Geburtstag am 12. November 1866 und den Tag ihrer Taufe am 26. Dezember 1866.
Ausgewiesen sind der Name des Kindes, Schelpien Elise Magdalena Auguste, ehelich, die Eltern, der Zimmermann Friedrich Heinrich Schelpien und dessen Ehefrau Magdalena Dorothea, geb. Staack und die Taufzeugen (Gevattern) Anna Elisabeth Bendewirth, Elisabeth Magdalena Staack, und August Heinrich Schelpien.
Konfirmiert wurde Elise im Jahr 1881, also mit vierzehneinhalb Jahren, ebenfalls in St. Nicolai.
Die erste Ehe
Im Mai 1881, mit 24 Jahren, heiratete Elise den Kaufmann Gustav Wester, auch Hansen genannt – letzteres geht aus dem Auszug zur kirchlichen Trauung hervor. Hier findet sich also eine erste Verbindung zu dem Namen Hansen, wenn auch der rechtliche Namen Wester ist.
Die Urkunde benennt den Kaufmann Gustav Sophus Christian Carl Wester, Wittwer, evangelisch, geboren am 23. März 1850 in Kiel, Nikolaistraße 3. Der Vater Hans Jansen Wester ist – wie der Vater von Elise – Schiffszimmermann, für die Mutter Margarethe Dorothea Katharina Wester, geborene Tiedtke, ist kein Beruf angegeben.
Ganz anders für die Braut: Elise wird als Verkäuferin Elise Magdalena Auguste Schelpien, geboren am 12. November 1866, bezeichnet. Ihr Vater ist ausweislich dieser Urkunde zu dieser Zeit bereits verstorben, ihre Mutter Magdalena Dorothea Schelpien, geborene Staack, wohnhaft zu Kiel, ist bei der Eheschließung anwesend.
Unterzeichnet haben Gustav Wester (ein weiteres Anzeichen dafür, dass Gustav als Rufname geführt wurde), Elise Wester geb. Schelpien und die beiden Trauzeugen. Einer der Trauzeugen ist der Kaufmann Friedrich August Matthias Hansen-Wester. Hier taucht zum ersten Mal in einer offiziellen staatlichen Urkunde die Verbindung zwischen Hansen und Wester auf. Das Kirchenbuch verzeichnet die kirchliche Trauung am selben Tag und weist auch für den Bräutigam die Namensidentität Hansen = Wester aus.
Die Ehe wird nicht lange währen: Gustav Wester = Hansen verstirbt noch im selben Jahr.
Die zweite Ehe
Im Jahr 1994 heiratet Elise Wester den den Kieler Magistratsschreiben Friedrich Wilhelm Witte.
In der Urkunde heißt es:
Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschienen heute zum Zweck der Eheschließung:
1. der Magistrats-Schreiber Friedrich Wilhelm Witte, der Persönlichkeit nach auf Grund der ihm vorgelegten Urkunden bekannt, evangelischer Religion, geboren den fünften Juni des Jahres tausend acht hundert vier und sechzig zu Hackenstedt, Kreis Marienburg,
wohnhaft zu Kiel, Brunswiker Straße 35, Sohn der Eheleute Friedrich Wilhelm Witte, Gutsbesitzer, wohnhaft zu Hackenstedt, Kreis Marienburg.
2. die Witwe Elise Magdalena Auguste Wester, geborene Schelpien, Inhaberin eines Kaufmannsgeschäfts, der Persönlichkeit nach bekannt, evangelischer Religion, geboren den zwölften November des Jahres tausend acht hundert sechs und sechzig zu Kiel,
wohnhaft zu Kiel, Schuhmacherstraße 8, Tochter des verstorbenen Tischlermeisters Friedrich Heinrich Schelpien, zuletzt wohnhaft zu Kiel, und der Ehefrau Magdalena, geborene Staack, wohnhaft zu Kiel.
Bedeutsam ist hier, dass Elise – wie bereits bei der ersten Ehe – mit ihrem Beruf aufgeführt ist: Inhaberin eines Kaufmannsgeschäfts. Hier scheint offensichtlich: Es handelt sich um eine Ehe auf Augenhöhe.

