Die Firma Wilhelm Witte
Ein Rückblick auf drei Generationen, die die Geschicke des Herrenausstatters Witte in Kiel lenkten, 1888 bis 2023
Der Rückblick auf drei Generationen, die die Geschicke der Kieler Firma Witte lenkten, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er stellt Dokumente zusammen, die mir vorlagen, und gewährt auch Einblicke in die Familiengeschichte, soweit diese für die Entwicklung der Firma von Belang schienen.
Natürlich erschöpfte sich das Leben der Geschäftsinhaber nicht in der Hingabe an die Belange der Firma. So war Friedrich Wilhelm Witte auch Stadtrat, Hobbygärtner und passionierter Segler, sein Sohn Erich Wilhelm Witte passionierter Jäger, Tätigkeiten, an die ebenfalls erinnert wird und die das Bild ergänzen, das wir uns von ihnen machen. Zu kurz kommt dabei das Familienleben. Um so wichtiger schien mir ein Brief, den Friedrich Wilhelm Witte 1939 seinem „Kleeblatt“ schickte (gemeint sind sein Sohn, seine Schwiegertochter und der gerade einmal einjährige Enkel).
Frank Witte
Ansichtskarte um 1930, der Schlossgarten in Kiel. Das Bild zeigt das vibrierende Geschäftsleben in der beliebten Einkaufsstraße. Ganz links befindet das Wohn- und Geschäftshaus von Wilhelm Witte Herrenausstatter, zu erkennen an der modernen Reklame und der beschrifteten Markise
Hackenstedt: Die Wurzeln
Wilhelm Witte, Herrenausstatter Kiel: Die Firma
Familie: Portraits und Passionen
Elise Witte mit Elisabeth und Erich, 1908
Elise Witte mit Elisabeth und Erich, 1908; das Bild wurde technisch bearbeitet und nachcoloriert.
Friedrich Wilhelm Witte mit Elisabeth und Erich
Friedrich Wilhelm Witte mit Elisabeth und Erich, wahrscheinlich im Schlossgarten, 1928
Johanna Höft und Friedrich Wilhelm Witte, 1912
Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Elise heiratete Friedrich Wilhelm Witte Johanna Höft, das Bild stammt aus dem Jahr 1912
Friedrich Wilhelm Wittes Segelboot „Erilis“ auf der Kieler Förde
Die Leidenschaft für Wasser: Friedrich Wilhelm Witte war passionierter Segler. Sein Boot, die „Erilis“ auf der Kieler Förde, 1935 (Bild: privat)
Jahres-Jagdschein für Erich Witte, 1941 – 1942
Erich Wilhelm Witte war passionierter Jäger. Von 1929 bis 1959 jagte er in der Gemeinde Tröndel. Das Bild zeigt seinen Jagdschein aus dem Jahr 1941.
Jagd: Erich Witte mit Söhnen Frank (links) und Bernd
Die Söhne jagten mit: Erich Witte mit Frank (links) und Bernd, ca. 1958
Elisabeth „Lissi“ Witte, die Schauspielerin der Familie
Elisabeth Witte, die Tochter von Wilhelm und Elise, war passionierte Laienschauspielerin. Hier 1920, vermutlich in der Rolle der Brunhild. Foto: Ferdinand Urbahns
Familientreffen Förster und Witte, 1928
oben von links: Wilhelm Förster, unbekannt, Johanna Witte, Friedrich Wilhelm Witte in der Mitte von links: Ernst Förster, Schwestern von Johanna Witte (?), Emilie Henriette Förster unten von links: Elisabeth (Lissi) Förster, Irene Witte, Erich Witte
Friedrich Wilhelm Witte
Das Portrait von Friedrich Wilhelm Witte hängt bei „Witte2“ in der Holtenauer Straße in Kiel.
Irene Witte mit beiden Söhnen, 1941
Irene Witte mit den Brüdern Bernd (links) und Frank, 1941 – das letzte Bild im Schlossgarten
Friedrich Wilhelm Witte: Ein Brief
Erich Wilhelm Hans Witte
Bernd Wilhelm Witte
Jens Witte
Personenverzeichnis
Ein Fazit
Eines ist deutlich geworden: Die Gliederung der Firmengeschichte nach Generationen ist nur bedingt sinnvoll. Denn die Nachfolge ist stets eng verzahnt mit der Vorgängerin. So tritt Erich Wilhelm Witte bereits 1920 in die Firma ein, 20 Jahre bevor er sie selbst übernahm, und sein Sohn Bernd Wilhelm Witte neun Jahre, bevor sein Vater starb. Da war Kooperation zwischen den Generationen gefragt. Und auch die vierte Generation, die heute die Firma Witte führt, ist zu Lebzeiten ihrer Vorgängerin längst in ihre Rolle hineingewachsen.
Jens Witte, der Sohn von Ursel und Bernd Wilhelm Witte, schreibt die Geschichte fort. Die Firma Witte behauptet sich in Kiel seit nunmehr 137 Jahren.
Dass es bei aller Kontinuität in der Geschäftsführung auch schwere Zeiten gab, soll nicht verschwiegen werden. Die vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts erschütterten die Firma am Schlossgarten in ihren Grundfesten. 1940 verstarb der Firmengründer. Die kontroverse Auslegung seines Testaments durch seine Erben Erich und Elisabeth hatte nicht nur den Bruch der Geschwister, sondern auch eine dauerhafte finanzielle Belastung der Firma zur Folge.
Nach der Zerstörung des Hauses am Schlossgarten am 21. Mai 1944 schien eine Fortführung der Firma zunächst ungewiss. Erst 1949 gelang es Erich Wilhelm Witte, im Hause der Landwirtschaftskammer des Landes Schleswig-Holstein, Holstenstraße 108, eine neue Bleibe zu finden. Dort ist die Firma bis heute ansässig.
Danksagung
Mein Dank gilt allen, die mich bei dem Projekt „Rückblick“ unterstützt haben, insbesondere aber
Konstanze Gerhard, Uta Grohs geb. Förster, Carsten Melchert, Katja Persson, Christiane und Klaus Untiedt, Agnes Witte, Jens Witte, Ursel Witte
Tröndel, Weihnachten 2025
Frank Witte















